Optionen > Krawarn im Bild | Lage

Krawarn Schloß
Im Dreieck Paulsgrund-Maxwaldau-Matzkirch liegt, etwa 12 km von Ratibor entfernt, das Dorf Preußisch Krawarn. Der Ort hieß früher Polnisch Krawarn und ist, nach H. Hyckel, ein Angerdorf mittelalterlichen Prägung, das 1223 erstmalig urkundlich erwähnt wird und im Jahre 1288 zu deutschem Recht ausgesetzt wurde. Im Jahre 1376 wird in den Urkunden eine Kirche erwähnt.

Im Jahre 1940 zählte das Dorf Preußisch Krawarn, bei einer Flächengröße von 1648 ha. 1494 Einwohner, es war Sitz der gleichnamigen Herrschaft, die einen Zweig der gräflichen Familie Henckel von Donnersmarck gehörte.

Das Geschlecht der Henkel von Donnersmarck war ursprünglich ein aus der Zips stammendes ungarisches Grafengeschlecht das 1378 urkundlich erwähnt wird. Im Jahre 1592erhielten Sebastian Henkel und sein Neffe die Genehmigung, den Namen "von Donnersmarck" dem ihren beizufügen. Im Laufe der Jahrhunderte erwarb das nach Schlesien übergesiedelte Geschlecht erhebliche Anteile an der Oberschlesischen Montanindustrie und an Oberschlesischen Großgrundbesitz. Es zweigte sich später in die Linie Beuthen und in die Linie Tarnowitz-Neudeck.

Die Beuthener Linie heiratete in die gräfliche Familie Gaschin ein.

Im vorigen Jahrhundert ehelichte Hugo Graf Henkel von Donnersmarck, Fideikommißherr auf Siemianowitz (Kreis Kattowitz), die Fideikommißherrin auf Polnisch Krawarn. Wanda Gräfin von Gaschin (die Gaschins hatten 1434 Katscher und Lechen erhalten).

Gräfin Wanda selbst hatte 1879 Polnisch Krawarn von ihrer Mutter Fanny Gräfin von Gaschin, geb. Gräfin Leszczyc Sumina von Suminska geerbt, die Besitzerin der Herrschaft Neu-Grabia in Westpreußen war.

Im Jahre 1900 stiftete Gräfin Wanda ein Fideikommiß bestehend aus Rittergut Schloß-Katscher, Polnisch-Krawarn und Makau.

Der letzte Besitzer der Herrschaft Preußisch Krawarn war Dr. jur. Hans Reichsgraf Henkel von Donnersmarck auf Schloß Preußisch Krawarn.

Die Gesamtfläche der Herrschaft Preußisch Krawarn Betrug 2183 ha. Der Gesamt Grundsteuer Reinertrag (GRE) belief sich auf etwa 54 090 RM. Den Grundbesitz der Herrschaft bildeten 5 Güter mit insgesamt vier Vorwerken und einem Forst.

Die einzelnen Besitzteile waren:

Gut Schloßhof Preußisch Krawarn
Fläche: 609 ha.
GRM: 15 400 RM
Der 1877 erbaute Schloßhof betrieb eine Brennerei und züchtete schwarz-buntes Niederungsvieh. Zu diesem Gut gehörten noch die Vorwerke Thurmas und Wittau. Das Vorwerk Thurmas lag nördlich von Preußisch Krawarn zwischen dem Weg Gammau-Maxwaldau und der Straße Mosern-Habicht, es wurde um 17 Jahrhundert aus 16 Bauernstellen geschaffen. Vorwerk Wittau war südwestlich von Preußisch Krawarn gelegen, im Dreieck Makau-Paulsgrund-Gammau.

Gut Amandhof
Fläche: 477 ha.
GRE: 12 070 RM
Der westlich von Preußisch Krawarn gelegene Amandhof war auch Sitz einer Oberförsterei und betrieb die Zucht der rotbunten Ostfriesen (Herdbuch) und des deutschen Edelschweins (Hochzucht). Zum Amandhof rechnete ein Vorwerk das früher Kopanina geheißen hatte und vor ca. 85 Jahren nach dem Erbauer des Schloßhofes, Niklas von Gaschin, in Niklashof umbenannt wurde. Das Vorwerk Niklashof lag nordwestlich des Amandhofs, zwischen den Forsten Niederwald und Schwarz Wald.

Gut Makau
Fläche 457 ha.
GRE: etwa 12 130 RM
Hierzu gehörte das Vorwerk Rogern, südwestlich von Preußisch Krawarn (im Dreieck Rakau-Makau-Preußisch Krawarn). Gut Makau züchtete schwarzbuntes Niederungsvieh und - als Besonderheit - Merino-Fleischwollschafe.

Forst Preußisch Krawarn
Fläche: 348 ha.
GRE: etwa1 900 RM

Gut Langenau
Fläche: 183 ha.
GRE: 7 890 RM
Dieses Gut züchtete schwarzbuntes Niederungsvieh, es lag südwestlich von Stolzmütz, also bereits im Kreise Leobschütz.

Gut Krotfeld
Fläche: 109 ha
GRE: etwa 4 700 RM
In Krotfeld, am östlichen Stadtrand vom Katscher (also ebenfalls im Kreise Leobschütz)züchtete man rotbuntes Ostfriesen.


Bernhard Lazar
Bernhard Lazar