Die Zisterzienser und der Zisterzienserpfad in Polen

Der Vorbote des Vereinten Europas, wie wir heute die Zisterzienser nennen, wurde durch Robert aus Molesmes im französichen Burgund im Jahr 1098 gegründet. Sacre Ordo Cisterciencis; abgekürzt – O Cist stammt auf direktem Wege aus dem Benediktinerorden und entstand durch das Bedürfnis der Erneuerung des Ordenlebens in der Kirche. Der Geist des Ordens stützt sich auf der ursprünglichen Regel des heiligen Benedikt von Nursia.
Hl. Bernhard

Seinen größten Entwicklungsgang verdankt der Orden dem heiligen Bernhard, dem späteren Abt von Clairvaux (1112-1153).

Er wird für den geistigen Gründer des Zisterzienserordens gehalten. Im XII und XIII Jh gehörte der Zisterzienserorden zu den erstklassigen Faktoren welche die Geschichte des christlichen Europa geändert und dynamisiert haben. Dank den neuen organisatorischen Lösungen zu welchen unter anderen die zentralisierte Herrschaft und alljährige Treffen der Äbte die zum Generalkapitel in Citeaux gehörten, entstanden viele Abteien in ganz Europa – im Jahr 1123 in Deutschland, 1129 auf den Britischen Inseln, 1131 in der Schweiz, 1132 in Belgien und Spanien, 1135 in Österreich und 1142 in Irland.

Ihr allseitiges Wirken, außer der geistigen Sphäre betraf auch die Wirtschaft und das künstlerische Leben. Überall dort wo die Zisterzienser auftauchten folgte die Entwicklung der Ausbildung, der Kultur der Medizin, des Handwerks und der Landwirtschaft. Auf polnischen Gebieten entstanden die ersten Klöster um 1153, zur Zeit der größten dynamischen Entwicklung des Zisterzienserordens in Europa. Stifter der Abteien waren Fürsten, vermögende Personen und Geistliche. Ab der Mitte des XII Jh. bis zum Ende des XIII Jh. wurden im Bereich der jetzigen Grenzen Polens 26 männliche Klöster gestiftet.

Infolge zahlreicher Kassationen blieben bis zu unserer Zeit die Klöster in verschiedenem Zustande erhalten. Gegenwärtig funktionieren in Polen 4 Abteien: Jędrzejów, Wąchock, Mogiła und Szczyrzyk (die beiden letzt genannten existieren ununterbrochen von ihrer Gründung bis heute); 5 Priorate Henryków (Heinrichau), Kraków, Szklane Domy, Krzeszów (Grüssau), Sulejów, Gdańsk Oliwa (Oliva) und einige Residenzen.

Außer den männlichen Klöstern funktionierte auch eine weibliche Linie. Die Mehrzal der weiblichen Niederlassungen, denn sogar 14, entstanden ungefähr ab der Hälfte bis zum Ende des XIII Jh.

Außer den Zisterzienserklöstern und Nachfolgern dieser, befinden sich in Polen zahlreiche durch Zisterzienser gestiftete Kirchen.

In Anbetracht des Reichtums der Zisterzienser Erbschaft beschloß der Europarat im Jahr 1990 einen touristischen Pfad auf den Wegen der Zisterzienser zu errichten, im Rahmen des internationalen Programms „Europäische Kulturpfade”. Dieser Touristenweg führt aus Portugal über Frankreich – die Wiege des Zisterzienzerordens – durch Deutschland bis nach Polen. Die feierliche Eröffnung des Zisterzienserpfads fand in Polen im Jahr 1990 in der Zisterzienserabtei Mogiła statt.

In Polen ist die Strecke in vier Schleifen geteilt:
die Kleinpolnische Schleife mit den Klöstern in Koprzywnica, Mogiła, Sulejów, Szczyrzyc und Wąchock, die Schlesische Schleife mit den früheren Abteien in Henryków (Heinrichau), Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz), Krzeszów (Grüssau), Libiąż (Leubus), Rudy (Gross Rauden) und die weibliche Schleife Trzebnica (Trebnitz), die Kujawisch-Pommersche Schleife mit Klöstern in Bierzwnik (Marienwalde), Bukowo Morskie (See Buckow), Byszew – Koronowo (Büssow), Kołbacz (Kolbatz), Mironice (Himmelstädt), Gdańsk – Oliwa (Oliva), Pelplin und 12 weibliche Klöster bischöflicher Obedienz, die Großpolnische Schleife mit früheren Zisterzienserklöstern in Ląd, Łękna – Wągrowiec, Obra, Paradyń, Wieluń – Przemęcice, Zamsk – Bledzew und weibliche Klöster in Ołobok und Owińsk.

Im Jahr 1998 wurde der Kloster–Palast Komplex mit dem an die Kirche angrenzenden Park der Diözese Gliwice als ihr Eigentum übertragen wo ein Formations – und Edukations – Zentrum geschaffen wurde.

Dieser nachzisterziensische über 700 Jahre alte Palast, unlängst auch fürstliche Residenz, ist eins der wertvollsten Architekturdenkmäler Oberschlesiens welches im Gelände des Landschaftsparks „Zisterzienserische Landwirtschafts Kompositionen” liegt.

Der Kloster–Palast–Komplex besteht aus einem mittelalterlichen Dreiflügelgebäude des früheren Zisterzienserklosters der einen vierseitigen Wandelgang bildet mit angebauten barocken Flügeln der Palast – Residenz und der anliegenden Kirche die Marias Aufnahme in den Himmel geweiht ist. Neben der Liebfrauen Kirche zu Ratibor zählt diese Kirche zu den ältesten und ist zugleich das Mariensanktuarium Oberschlesiens, welches im Jahr 1999 durch den Heiligen Vater Johannes Paul II geehrt wurde indem er die Kronen für das wundertätige Bildnis der Demütigen Mutter Gottes weihte.

Der Kloster–Palast–Komplex zu Gross Rauden liegt auf einem der vier Schleifen des Zisterzienserpfades der so genannten Schlesischen Schleife mit den früheren Abteien in Rudy (Gross Rauden), Krzeszów (Grüssau), Henryków (Heinrichau), Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz), Libiąż (Leubus) und Trzebnica (Trebnitz).

Die Anlagen des Kloster–Palast–Komplexes wurden infolge der Kriegshandlungen in den letzten Tagen des II Weltkriegs vernichtet, wurden ab 1945 nicht benutzt und sind ungeschützt dem Verfall ausgeliefert worden. Erst seit der Übernahme des Objektes durch die Diözese Gliwice (1998) wurde es stufenweise abgesichert. Man hat seit dieser Zeit den Komplex vor weiterem Verfall geschützt und einen Teil der Räume so vorbereitet, daß man diese für Besucher zugängig machen konnte. Es werden dort viele Veranstaltungen im Bereich von Kultur und Bildung organisiert. Im Jahr 2006 fand die X Edition klassischer Musik unter dem Titel „Musik in der alten Abtei” in der Raudener Kirche statt. Der geordnete und gepflegte Garten dient wiederum den Einwohnern Gross Raudens und den zahlreich ankommenden Touristen und Pilgern.

Gegenwärtig wird im Komplex mit intensiven Tätigkeiten wie Rekonstruktion, Wiederaufbau und Wartung des Zisterzienserobjekts begonnen.
Die Arbeiten werden in zwei Abschnitten durchgeführt.

Für den ersten Abschnitt der den Titel trägt „Rekonstruktion des früheren Zisterzienser Kloster–Palast–Komplexes in Gross Rauden erhielt das Bischöfliche Ordinariat einen finanzielen Zuschuss aus Mitteln der Union und vom Fonds des Ministers für Kultur und Nationales Erbe. Der zweite Abschnitt „Revitalisierung und Wartung des Kloster-Palast-Komplexes in Gross Rauden am Europäischen Pfad der Zisterzienser” wird von Finanzmitteln der Europäischen Union und vom Fonds des Ministers für Kultur und Nationales Erbe finanziert.

Eigentümer des früheren Kloster-Palast-Komplexes in Gross Rauden ist:

Kuria Diecezjala w Gliwicach,
ul. Łużycka 1,
44-100 Gliwice,
Tel. 032/230-71-42,
Fax. 032/230-78-88,
E-Mail: kuria@gliwice.opoka.org.pl

Tätige Abteien

Klöster und Kirchen die durch Zisterzienser benutzt sind

Frühere männliche Zisterzienser – Klöster und Kirchen

Frühere weibliche Zisterzienser – Klöster und Kirchen

Durch Zisterzienser gegründete Orte der geistigen Erneuerung

 

Kontakt:

Ośrodek Formacyjno Edukacyjny
Dyrektor : Ks Jan Rosiek
Tel.  +48 (0) 604 211 180
Fax. +48 (0) 32 410 32 81
E-Mail: jan.opactwo@gliwice.opoka.org.pl

Rzymsko-Katolicka Parafia Wniebowzięcia NMP
ul. Cysterska 1
47-430 Rudy
Tel. (032) 4103057
E-Mail: parafiarudy@gliwice.opoka.org.pl  

Bernhard Lazar
Bernhard Lazar